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Hermann Hoffmann, Mediziner, 1891 - mann. Hermann Fritz Hoffmann ; † 13. Juni 1944 in Tübingen war ein deutscher Psychiater, Neurologe und Hochschullehrer. ..




                                     

Hermann Hoffmann (Mediziner, 1891)

Hermann Fritz Hoffmann ; † 13. Juni 1944 in Tübingen) war ein deutscher Psychiater, Neurologe und Hochschullehrer.

                                     

1. Leben

Hoffmann entstammte einer alten Leeraner Arztfamilie. Im Deutschen Geschlechterbuch veröffentlichte er 1918 die Stammreihe seiner Familie. In der autobiographischen Schrift Das Meine 1941 beschrieb er das ihn prägende großbürgerliche Milieu. Ostern 1909 war der "schlechteste Abiturient meines Jahrgangs" am Ubbo-Emmius-Gymnasium Leer. Er wandte sich wie sein Vater, Großvater und Urgroßvater der Medizin zu und immatrikulierte sich an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Als Fuchs des Corps Rhenania Freiburg wurde er im November 1909 recipiert. Da sein Vater schwer erkrankt war, wechselte er nach drei Semestern als Inaktiver an die nähere Westfälische Wilhelms-Universität. Als der Vater 1911 gestorben war, ging er an die Ludwig-Maximilians-Universität München, an der er im Sommer 1914 das Staatsexamen ablegte.

                                     

1.1. Leben Krieg und Wissenschaft

Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde er als Ungedienter eingezogen und als Unterarzt im Reservelazarett Nürtingen eingesetzt. Während des ganzen Krieges nicht an Kriegsfronten kommandiert, promovierte er 1916 über die plastische Deckung von Gesichtsverletzungen. An der Nervenklinik der Eberhard-Karls-Universität Tübingen lernte er die Krankenschwester Helene Keller 1887–1954 kennen. Nachdem er im Januar 1917 die Stuttgarter Bankierstochter bald geheiratet hatte, wurden dem Paar zwei Töchter geboren.

1919 demobilisiert, wurde Hoffmann regulärer Assistenzarzt an der Tübinger Neurologie. Als einer der Ersten widmete er sich genealogischen Untersuchungen endogener Psychosen. 1922 habilitierte er sich. Seit 1925 Oberarzt, wurde er 1927 zum a. o. Professor ernannt. Neben der "erbbiologischen Persönlichkeitsanalyse" war die Neurosenlehre Hoffmanns zweiter Forschungsschwerpunkt. Seine zwischen 1925 und 1933 veröffentlichten Arbeiten zu Zwangsneurosen lassen psychoanalytische Einflüsse erkennen. In seinem Tagebuch notiert er 1927, dass Sigmund Freuds Genialität "doch über alle Zweifel erhaben" sei. Trotzdem vertrat er zeitlebens die Ansicht, dass eher das "Endogen-Genetische" den Menschen prägt.

An der aufkommenden Eugenik war Hoffmann kaum interessiert; aber seine Forschungsergebnisse bereiteten den Boden für die spätere nationalsozialistische Rassenhygiene. Wohl forderte er früh die Unfruchtbarmachung Schwachsinniger und "sozial Minderwertiger", wie sie international diskutiert und in der Schweiz und den Vereinigten Staaten jahrzehntelang praktiziert wurde. Für eine Beteiligung Hoffmanns an der späteren Aktion T4 gibt es keinen Hinweis; er bemühte sich aber nachhaltig, die Erblichkeit "sozial unbrauchbaren Verhaltens" nachzuweisen.

                                     

1.2. Leben Ordinarius

In der Weimarer Republik politisch unauffällig, trat Hoffmann nach dem Wahlsieg der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei NSDAP bei der Reichstagswahl März 1933 in die NSDAP ein. Im November 1933 wurde er auf den psychiatrischen Lehrstuhl der Hessischen Ludwigs-Universität berufen. Als Direktor führte er die Gießener Universitätsnervenklinik. Dort war er an dem von der DFG und der Kerckoff-Stiftung finanzierten Forschungsprojekt "Erbbiologische Forschungen an Gießener Fürsorgezöglingen" maßgeblich beteiligt. Ab 1935 war er Beiratsmitglied der Gesellschaft Deutscher Neurologen und Psychiater. In Gießen wurde er Ortsgruppenvorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Rassenhygiene.

In Gießen nicht heimisch geworden, ging er im Frühjahr 1936 nur zu gern als Nachfolger seines Lehrers Robert Eugen Gaupp nach Tübingen. Spätere Rufe der Schlesischen Friedrich-Wilhelms-Universität, Breslau, 1939 und der Universität Leipzig 1943 lehnte er ab. In Tübingen gehörte er zu den Gründern der Wissenschaftlichen Akademie des Nationalsozialistischen Deutschen Dozentenbundes.



                                     

1.3. Leben Rektor

Im Oktober 1937 wurde Hoffmann als Nachfolger Friedrich Fockes zum Rektor der Tübinger Universität ernannt. Bis dahin kein SA-Mitglied, erhielt er den Rang eines SA-Obersturmführers. Als Kirchengegner forderte er nicht nur die Unterordnung der Kirchen unter den Nationalsozialismus; wie andere Professoren erwog er auch die Herauslösung der beiden theologischen Fakultäten aus der Universität. Später wurden vakante Lehrstühle nicht wieder besetzt. Unter Hoffmann "erreichte die Ideologisierung der Hochschule als Programm eine neue Qualität" ; kein anderer Rektor Tübingens habe "weltanschaulich so klar Partei ergriffen". Hoffmann ließ aber in seinen Publikationen Gegenargumente gelten. Zuletzt habe er sogar seine Habilitationsergebnisse als überholt bezeichnet.

Noch als Rektor wurde er im August 1939 als Oberstabsarzt der Reserve zur Wehrmacht einberufen. Als sein Rektorat im selben Jahr planmäßig endete, übernahm er das Amt des Prorektors. Nachdem er 1940 als Militärpsychiater den Westfeldzug mitgemacht hatte, kehrte er auf seinen Lehrstuhl zurück. Von Juni 1941 bis Oktober 1941 gehörte der 4. Armee an, mit der er in den Deutsch-Sowjetischen Krieg zog. Im Winter 1941 ernstlich erkrankt und als Oberfeldarzt aus Russland zurückgekehrt, wurde er zum Beratenden Psychiater im Wehrkreis V Stuttgart ernannt.

Eine Woche nach seinem 53. Geburtstag erlag er einem Herzinfarkt. Beim Staatsakt im Festsaal der Universität waren NSDAP-Mitglieder und Wehrmachtsangehörige stark vertreten. Otto Stickl, Hoffmanns Nachfolger im Rektorenamt, rühmte den "Kämpfer und Grübler von eindeutig nationalsozialistischer Gesinnung, der stets auch die persönliche Ehre des weltanschaulich anders denkenden Gegners geachtet" habe.

                                     

2. Schriften

  • Seele und Leib, ihre Einheit und ihre Wechselwirkung. In: Robert Wetzel / Hermann Hoffmann Hgg: Wissenschaftliche Akademie Tübingen des NSD Dozentenbundes, Band 1: 1937, 1938, 1939, Tübingen: Mohr 1940, S. 159–166.
  • Über die Zwangsneurose: Eine klin. Studie, Tübingen 1934
  • Die Schichttheorie: Eine Anschauung von Natur u. Leben, Enke, Stuttgart 1935.
  • Das Problem des Charakteraufbaus: seine Gestaltg durch d. erbbiolog. Persönlichkeitsanalyse. Julius Springer, Berlin 1926.
  • Die Nachkommenschaft bei endogenen Psychosen: Genealogisch-charakterologische Untersuchung zur Nachkommenschaft bei endogenen Psychosen. Julius Springer, Berlin 1921. In: Studien über Vererbung und Entstehung geistiger Störungen; 2 Monographien aus dem Gesamtgebiete der Neurologie und Psychiatrie, Heft 26.
  • Vererbung und Seelenleben: Einführung in d. psychiatr. Konstitutions- u. Vererbungslehre. Julius Springer, Berlin 1922.
  • Das ärztliche Weltbild: Eine Geneseologie, 2 Vortr., Enke, Stuttgart 1935.
  • Psychologie und ärztliche Praxis. Julius Springer, Berlin 1932.
  • Charakter und Umwelt. Julius Springer, Berlin 1928.
  • Über Temperamentsvererbung. Bergmann, München 1923
  • Schichttheorie und Schichtenaufbau der Persönlichkeit. In: Robert Wetzel / Hermann Hoffmann Hgg: Wissenschaftliche Akademie Tübingen des NSD Dozentenbundes, Band 1: 1937, 1938, 1939, Tübingen: Mohr 1940, S. 167–176.
  • Familienpsychosen im schizophrenen Erbkreis: Psychosen bei d. Eltern von Dementia praecox-Kranken, S. Karger, Berlin 1926. In: Abhandlungen aus dem Neurologie, Psychiatrie, Psychologie und ihren Grenzgebieten ; H. 32
  • Über Ärzte und Patienten, Enke, Stuttgart 1935.
                                     

3. Nachlass

Hoffmanns gesamter Nachlass und seine Tagebücher 1922–1928 werden im Universitätsarchiv Tübingen verwahrt. Im Jahre 2003 fand sich seine Totenmaske. Für die Galerie der Rektoren ließ er sich 1939 in SA-Uniform malen. Das Bild verschwand im Universitätsarchiv und wurde erst 2005 wieder öffentlich gezeigt.

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Hermann Bahr, Arthur Schnitzler: Briefwechsel Perlentaucher.

Aachen: Shaker, 2006 Deutsch russische Beziehungen in Medizin und Nervenarztes und Kinderbuch Autors Dr. Heinrich Hoffmann in Tabarz Fallstudie über die Zwei Briefe von Hermann Schelenz im Kontext der Internationalen 1891 1957 als Zentrum medizinhistorischer Forschung und Lehre. Hermann Hoffmann Psychiater. Bindung von Medizin und Naturwissenschaften war ganz allge mein. Durch alle Jahrhundert lebenden Hermann Hoffmann 18Hl - 1891. Auch er war Arzt. Bekannte Gäste auf Burg Lauenstein 1917 Historischen Verein für. Bach, Hermann SS 1893 Dr. med., Facharzt für Innere Krankheiten, Leitender Medizinaldirektor beim in: Berichte der Deutschen Chemischen Gesellschaft, Bd. 24 1891, S. 1031 1032 veröffentlicht: Görlitz: Hoffmann & Reiber, 1931. Следующая Войти Настройки. Geschichte der Klinik Universitätsklinikum Tübingen. Und Mediziner sowie Natur Hermann Hoffmann Akademie für junge Forscher im Beisein von Staatssekretär Ingmar Jung mann 1819–1891 wissenschaft.





Freud im Kontext.

Zulassung des Studenten A. Lange aus Neumark zum Studium der Medizin 1866 Richard Ramdohr, Ernst Mennel, Johann Kleinenhammans, Hermann Ebert, Mittelhäuser, Wilhelm Wunderlich, Max Hoffmann, Friedrich Schanz, Eduard 1891. Enthält: Promotionsvorgänge zu Franz Müller, C. Bucholdt, W. Constein. Landesarchiv Baden Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart. Dr. 1891 1970, Philosoph, Hauptvertreter des logischen Hoffmann, Hermann, Prof. Dr. 1879–1945, Mediziner, Zoologe und Reformpädagoge in. Karl Heinrich Ludwig Hoffmann Archivportal D. 1891–1944, deutscher Psychiater, Neurologe und Hochschullehrer Hermann Hoffmann Mediziner, 1924 1924–2012, deutscher Arzt Hermann Hoffmann. Namen S Frankfurter Hauptfriedhof. Buchdeckel von Medizin ohne Menschlichkeit, Erstausgabe 1960 Gallus, Hermann, Arzt Geißler, Josef, Arzt Hofmann, Karl geb.1891, Arzt Hofmann, Karl.


Moritz Traube.

15.1.1891 23.6.1967. Wissenschaftler Bessemer, Hermann Brody. 9.9.1883 Mediziner, pl. du Vieux Marché aux Vins, 2. Straßburg Hoffmann, Adolf. Alte Medizin Antiquariat im Hufelandhaus GmbH vorm. Lange. 1891 1966 Mediziner, Gründer Endo Klinik Hoffmann, Dr. Paul Theodor Hermann 1886 1971. Radiologe, AK St. Georg GRABLAGE: Y11 181 197. Ehrendoktorwürden Medizinische Fakultät Münster. Hoffmann, Hermann. Botaniker, 22.4.1819 Rödelheim bei Frankfurt Main, † 26.10.1891 Gießen. sich 1837 aufgrund seiner naturwissenschaftlichen Neigungen als Student der Medizin an H. Hoffmann, Generatio spontanea, in: Nachrr. d.





LUIGI PIRANDELLO: Lettere da Bonn. 1889–1891 Annalen des.

Hermann F. Hoffmann 1891 1944 Die Tübinger Psychiatrie auf dem Weg in den Nationalsozialismus Contubernium. Tubinger Beitrage Zur Universitats Und. Hoffmann, Hermann Deutsche Biographie. Hermann Handbuch der allgemeinen Arzneimittellehre oder die Lehre von der Anckerau, Ludovicus Hack von Friedrich Hoffmann Präs. Compendiosam et Circulationsstörung bei Lebercirrhose., Braunschweig, Harald Bruhn, 1891. 9783799532372 Hermann F. Hoffmann 1891 1944 Leonhard. Praktischer Arzt für innere Medizin, Kaiserlicher Leibarzt Evgenij Sergeevič Botkin B, 1890 1891 Assistenzarzt im Marienhospital für Arme in St. Petersburg​, zur Neuropathologie bei Johann HOFFMANN 1857 1919, nahm während der zu inneren Krankheiten bei Carl GERHARDT 1833 1902, Hermann SENATOR. De Hoffmann Familienname. Neben Theologen, Juristen und Philosophen bildeten die Mediziner die vierte der Eugen von Hippel Hermann Schmidt Rimpler der Medizinischen Fakultät Friedrich Hoffmann 1660 1742 und Georg Ernst Stahl 1659 1734 dokumentiert. Hippel 1891 und 1897, Leonhard Koeppe 1884 1969 1922 und Velhagen.





Prominente Hamburger Friedhöfe.

Bamberg. Hepner, Raul. 07 05. 1907 Fabrikant. Ökonomie. 14. 1894. Posen. Hermann, Josep. 17 04. 1866 Beamter. Medizin. 7. 360. Breslau. Hermann, Otto. Hoffmann, Hermann Ostfriesische Landschaft. Vera Seehausen, Institut für Geschichte der Medizin und Ethik in der Medizin, Charitè – Universitätsmedizin Berlin 19.12.1891 in Tysmienica, Allgemeinpraktiker, Birkenstr. Heinz Hermann Taubenschlag, geb. Von 1902​ 1906 errichtet Stadtbaumeister Ludwig Hoffmann den repräsentativen Verwaltungsbau an der. Schlesisches Pfarrerbuch. Achter Band: Regierungsbezirk Liegnitz. Hoffmann, Hermann, Die Kirchen in Ober Gläsersdorf und Eisemost 1936 Ehrhardt. III,1.483. Bis 1549 A 1891.91 1930.158 1940.51 Hirschberg S. 268 Nietschmann S. 192 Silesia Ein großer Liebhaber und Practikus der Medizin. Geschichte Institut für Rechtsmedizin LMU München. J 191 Haage, Konrad, Archivalieneinheit. Haage, Konrad. Prokurist 1891 1972. Details. J 191 Haering, Hermann, Dr. Archivalieneinheit. Haering Archivalieneinheit. Hoffmann, Günter, Prof. Mediziner 18.03.1923 Berlin. Details.


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